Mentaltraining Allgemein

Der mentale Bereich macht den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Aussage vieler Tennissportler, dass es der sogenannte "Mentale Bereich" ist, der den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht. Doch fragt man konkret, wie sie diesen Bereich trainieren, so löst man nur ein unschuldiges Schulterzucken und ein "schlechtes Gewissen" aus.
Vor diesem Hintergrund werden in der folgenden Konzeptvorlage die zentralen Themen zu dem Bereich "Mentales Tennis" vorgestellt. Diese sollen möglichst einfach und praxisnah präsentiert werden, und sollen ein wertvoller Bestandteil für das Training neben und auf dem Platz werden.
Um einen Einstieg in dieses Thema zu bekommen, muss man sich eingangs nochmals das typische Beanspruchungsprofil der Sportart Tennis ins Gedächtnis rufen. Tennis besteht bekanntlich aus den 4 Säulen Technik -Taktik - Kondition und Psyche. Wie Zahnräder in einem Getriebe bedingen und beeinflussen sich diese 4 Bereiche gegenseitig.

Psyche ist das entscheidende Rad
Ohne Technik keine Taktik, ohne Kondition keinen Sieg in einem langen Match etc. . Und: Die Psyche entscheidet, ob der 2. Aufschlag bei Breakball zum Doppelfehler mutiert, ob man dem Erwartungsdruck Herr wird, ob man auch bei aussichtslosen Rückständen noch die Bereitschaft zu kämpfen aufbringt, ob man sich durch "Mätzchen" seines Gegners aus der Fassung bringen lässt etc..
Letztendlich ist auch die Psyche die entscheidende Instanz wie man Niederlagen verkraftet, wie motiviert man im Training ist, ob man auf den Platz geht "um zu gewinnen!" oder "um nicht zu verlieren!". Man kann als erstes Resultat festhalten, dass die Psyche das entscheidende Rad in diesem 4-teiligen Getriebe ist, ohne dem die anderen 3 Bereiche nichts wert sind.
Heute sollen die Begriffe "mental" und "psychologisch" unter die Lupe genommen werden.

Ziel ist die Verbesserung der inneren Prozesse
Laut dem Brockhaus der Psychologie bedeutet mental "...zum Geist oder Denken gehörend". Neuerdings wird mental auch durch den Begriff "kognitiv" ersetzt, der in der Regel das gleiche meint. So bedeutet "mentales Training" im Sport, die bewusste Steuerung von Gedankenabläufen und Kontrolle von Emotionen.
Den Begriff "Psychologie" beschreibt der Brockhaus als die Wissenschaft von den Formen und Gesetzmäßigkeiten des inneren Erlebens.
Wir halten also fest, dass es bei "mentalem Training" um die gezielte Auseinandersetzung und Verbesserung der "inneren", also im Kopf ablaufenden Prozesse geht. Dazu gehören z.B. der Umgang mit Nervosität, die Steigerung der Konzentration, die geistige Vorbereitung auf ein wichtiges Match, um ein paar Beispiele zu nennen.

Abläufe im Kopf für Leistung verantwortlich
Als kurze Formel kann man auch sagen, dass man sein Denken und seine Emotionen systematisch trainiert und verbessert. Mit dem systematischen Trainieren dieser "Inneren Fertigkeiten" schafft man erst die Basis für die "Äußeren Fertigkeiten". Anders: Die Abläufe im Kopf erzeugen zwingend die Leistung im Match. Von diesem übergeordneten Ansatz leiten sich alle folgenden Aspekte, Trainingsmethoden und Erkenntnisse dieser Serie ab.